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Willkommen beim Kunstverein ArtHAUS e.V.

 


Der Kunstverein ArtHAUS e.V. entstand 1998 aus einer kleinen Gruppe kunstinteressierter Bürger, die es sich zum Ziel setzten, anspruchsvolle, zeitgenössische Kunst abseits von etablierten Kunstmetropolen in der Provinz anzubieten.

Die Ausstellungen des Kunstvereins finden im Foyer und, bei einigen Projekten, im Gartensaal des Schlosses Ahaus statt.

Öffnungszeiten während der Ausstellungen:

Mo. bis Fr. 9 bis 16 Uhr          
Sa. 14 bis 17 Uhr        
So. 11 bis 17 Uhr

(Die Postadresse des Kunstvereins ist nicht identisch mit dem Ausstellungsort)


Programmvorschau 2010/2011

IMMER ICH

 

Konzept zur Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe 2010/11

 

Erst wenige Jahre des neuen Jahrhunderts sind verstrichen, doch es scheint schon deutlich zu sein, dass sich die Menschen des 21. Jahrhunderts neuen und vielfach dramatischen Problemen gegenübergestellt sehen werden: Noch gibt es keine schlüssigen Antworten auf die Veränderungen des Klimas und der Umwelt, auf die gigantische Wertvernichtung der internationalen Finanzmärkte und die drohende Ausdehnung kriegerischer Konflikte mit religiösem oder ethnischem Hintergrund. Vieles, was zum Ausgang des Zwanzigsten Jahrhundert noch als sichere, wahre, und beständige Grundannahme galt, scheint ins Wanken geraten zu sein.

 

Wie stellt sich nun das Individuum dieser Unsicherheit, diesen neuen Zumutungen und Herausforderungen? Zur Erosion vermeintlicher Ewigkeitswerte kommen schließlich noch die handfesten Probleme des persönlichen Alltags hinzu: Verliere ich den Arbeitsplatz? Werde ich meine Nächsten weiterhin vor Krankheit und Umweltbelastungen behüten können? Welche Ausbildung wird meinen Kindern ein gutes Leben auch in der Zukunft sichern? Tatsächlich gibt es Zeichen dafür, daß auch im übersichtlich geordneten psychischen Haushalt des Individuums einiges in Bewegung geraten ist: Während an einer Stelle radikale Identitätsentwürfe für das Individuum zur Debatte stehen – am radikalsten sicher in der Fragestellung für welches Geschlecht man sich entscheiden möge – wird andernorts die Rückkehr zu alten Erziehungs- und Entwicklungsmodellen gepredigt, die insbesondere dem haltlosen Jugendlichen Grenzen und Regeln wiedergeben sollen.

 

Zwischen diesen Polen gibt es offensichtlich eine Vielzahl an Auswahlmöglichkeiten, wie das eigene Ich beschaffen sein und entwickelt werden könne. Die Entscheidung darüber wird einem nicht leicht gemacht, denn alte Sicherheiten sind ins Wanken geraten. Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, bis hin zum traditionellen Familien­verband - alle scheinen sie an Einfluß auf das Individuum verloren zu haben. Je geringer die Rolle dieser Einrichtungen im täglichen Leben des Einzelnen ausfällt, umso mehr wird alles zur individuellen Entscheidung. Jeder Schicksalsschlag scheint vom Einzelnen getragen werden zu müssen, so wie auch jede Entscheidung allein getroffen wird. Immer Ich.

 

Und so arbeiten die Monaden des 21. Jahrhunderts weiterhin pflichtbewusst aber desorientiert an der Verbesserung ihres Ichs, medial aufgeputscht durch die ständige Aufforderung zur Selbstdarstellung: Von der Vorfuehrung privater Marotten und Probleme in den Nachmittagsshows zur Selbstpeinigung in den nicht abreißenden Casting-Shows, wo jedermann/frau für ein paar Stunden als potentieller Superstar gehandelt wird. Wer hier auf der Strecke bleibt, kann dem gekränkten Ich immer noch als Ego-Shooter am PC Geltung verschaffen, wenn moeglich aber bitte in den eigenen vier Wänden und ausschließlich mit virtuellen Waffen.

 

Eine gute Ausgangslage für den Kunstverein ArtHaus sein neues Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm unter das Motto „Immer Ich“ zu stellen. In dieser neuen Reihe wollen wir in Ausstellungen und weiteren kulturellen Veranstaltungen Anhaltspunkte dafuer praesentieren, wie der aktuelle Blick von Künstlern auf das Ich ausfällt. Dabei warden sowohl intime Einblicke in die individuelle Alltags­bewältigung gewährt als auch die generelle Auseinandersetzung mit gängigen oder auch neuartigen Ich-Modellen zum Thema gemacht werden.

 

Denn wie immer kann man erwarten, dass sich Künstler dem Thema aus unter­schiedlichen Haltungen und Perspektiven nähern: Neben autobiographische Erzählungen, wie z. B. Bildgeschichten, die vom Leben oder einer bestimmten Lebensphase des Künstlers berichten, werden wiederum Selbstportraits stehen, die eine Momentaufnahme des Künstler-Ichs und seiner Stellung in der Gegenwart geben. Experimentelle Perspektiven und Arbeitsweisen, die unter Umständen den Werkcharakter ganz verlassen, werden neben hergebrachten Darstellungsarten stehen.

 

Text: Juergen Broemmer


Nächste Ausstellung 23.4.2010 - 23.5.2010

 



Maike Kloss "Sie"

Paetrick Schmidt "Studio View" 

 


Vorherige Ausstellung

4. und letzte Ausstellung zum Thema "Bruch": Daniel Behrendt und Bert Loerakker, Malerei

 18.9.- 18.10.2009

Eröffnung am 18.9.2009 um 20 Uhr im Schloss Ahaus   

Daniel Behrendt, o.T., 45x65cm, Öl auf Leinwand, 2006

Bert Loerakker, o.T., 2x  70x65cm, Öl auf Leinwand auf Holz, 2002



 

 

Filmreihe

Die Jugend von heute 

Eine Filmreihe des Kunstvereins ArtHAUS (Konzept: Jürgen Broemmer)
in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Stadtlohn.

Veranstaltungsort ist das Haus Hakenfort, Dufkampstrasse 11, Stadtlohn

Beginn: Jeweils um 20:00 Uhr

Der Eintritt ist frei.


Do. 29.10.2009    Into the Wild  USA 2007 Regie: Sean Penn

 

Nach dem Abschluss seines Studiums im Jahre 1992 entschließt sich der Top-Student Christopher McCandless, seine Ersparnisse zu spenden, in Richtung Alaska zu trampen und dort in der Wildnis zu leben. Ausgerüstet mit dem Nötigsten beginnt er seine waghalsige Reise, in deren Rahmen er die unterschiedlichsten Charaktere kennen lernt, die sein Leben formen und prägen.                                                       

Do. 17.12.2009    City of God   Brasilien 2002 Regie:Fernando Meirelles, Katia Lund

 

In den Hauptstraßen eines Elendsviertels in Rio de Janeiro gibt es zwei Jungen, die ihr Leben in zwei verschiedene Richtungen lenken. Einer, Buscape, wird Photograph, der andere wird Drogenhändler. Der Film folgt ihren Wegen durch eine Reihe kurzer Geschichten, zeigt das von Gewalt geprägte, häufig kurze Leben derer, die in der gefährlichen Welt der Drogen und Verbrechen in Brasiliens grausamster Gegend gefangen sind.

Do. 18.02.2010    Persepolis   Frankreich 2007 Regie: Vincent Paronnaud, Marjane Satrapi

 

Im Jahre 1979 sollte der Iran eine Republik werden und die Zeichen standen gut, zumal der Schah aus dem Land vertrieben wurde. Doch es kommt anders: Die Mullahs reißen die Macht an sich und unterdrücken die Menschen, die nicht in ihrem Sinne handeln. So auch zum Beispiel die Familie der erst achtjährigen Marjane, die den Revolutionären im Kampf gegen den Schah zur Seite standen. Schon bald wird das Kopftuch für Frauen zur Pflicht - Die Islamische Revolution beginnt.

 

Do. 25.03.2010    Virgin Suicides   USA 1999  Regie: Sofia Coppola

 

Eine seltsame Stimmung muss das Leben der Familien in den amerikanischen Vorstädten der 70er Jahre geprägt haben -- eine Stimmung zwischen Aufbruch und Abschottung, zwischen konservativem Beharren und zaghaftem Freiheitsdrang, wie sie Ang Lee in "Der Eissturm" heraufbeschworen hat. Diesem düsteren Wintermärchen hat nun Sofia Coppola mit The Virgin Suicides ein nicht minder düsteres Sommerstück zur Seite gestellt. Herrschte bei Ang Lee eine eisige Kälte, die die Familien erstarren und zerbrechen ließ, bestimmt hier eine ebenso unnatürliche und gefährliche Wärme das familiäre Klima.

Mr. und Mrs. Lisbon (James Woods und Kathleen Turner) lieben ihre fünf Töchter, doch sie können nicht mit den Sehnsüchten und Regungen der pubertierenden Mädchen umgehen. In ihrem Wunsch, die fünf zu beschützen, erdrücken die beiden sie. Als die Jüngste versucht, sich umzubringen, soll sich alles ändern. Nur ist die neue Freiheit, die Mr. und Mrs. Lisbon ihren Töchtern schenken, keine, und so gelingt der zweite Selbstmordversuch. Von diesem Moment an kann alles nur noch schlimmer werden.

Do. 29.04.2010    Bennys Video   Österreich 1992 Regie: Michael Haneke

 

Der 13-jährige Benny lebt in einer von Fernsehen, Videos und lauter Musik geprägten Welt. Seine Bekanntschaft mit einem gleichaltrigen Mädchen endet mit seiner Ermordung des Mädchens vor laufender Videokamera. Als er seinen Eltern durch die Vorführung des Videobands mit seiner Tat konfrontiert, beschließen diese, ihm bei der Vertuschung behilflich zu sein. Während Benny und seine Mutter in Ägypten urlauben, macht sich der Vater an die erfolgreiche Beseitigung der Leiche.

Do. 27.05.2010    Prinzessinnenbad  BRD 2007  Regie: Bettina Blümner

 

Prinzessinnenbad ist ein eindringlicher Film über das Erwachsenwerden und eine Liebeserklärung an die Protagonistinnen Klara, Mina und Tanutscha.

Klara, Mina und Tanutscha sind fünfzehn. Aufgewachsen bei ihren Müttern in Berlin Kreuzberg kennen sie sich seit ihrer Kindheit. Sie teilen dieselben Interessen, gehen zusammen auf Parties, stehen auf ähnliche Jungs oder verbringen die Tage mit Freunden im Prinzenbad. Eigentlich sind sie unzertrennlich. Doch an der Schwelle zum Erwachsenwerden, fangen die drei Mädchen an, ihre eigenen Wege in der Welt zu suchen: Klara bricht die Schule ab, Mina möchte mit ihrem Freund zusammen sein und Tanutscha fordert von ihrer Mutter mehr Freiheit.




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